Stand: 05 Mai 2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken

Heinkel Zeitungsflugzeuge (HD 39 und HD 40)

Mitte der zwanziger Jahre entstand die Idee, Zeitungen mit Flugzeugen auszuliefern, in erster Linie mit der Absicht Informationen schneller zu verbreiten. Die Verkehrsinfrastruktur war keineswegs flächendeckend, so dass der Transport oftmals trotz des Einsatzes der Eisenbahn eine zeitraubende Angelegenheit war.

Vor allem der sehr luftfahrtfreundliche Ullstein-Verlag war ein Verfechter des Zeitungstransportes mit dem Flugzeug. Von ihm herausgegeben wurde die "Berliner Zeitung am Mittag", kurz BZ genannt. Sie erschien dreimal täglich in einer jeweils aktualisierten Ausgabe. Der Verlag beabsichtigte in den Sommermonaten einen Lufttransportdienst in die Ostseebäder einzurichten und gab daher Mitte 1925 eine Spezifikation über eine entsprechende Maschine heraus. Den Auftrag über zwei Exemplare erhielten die Albatros-Werke.

Als Ernst Heinkel im Sommer 1925 in Berlin weilte, erfuhr er durch Zufall von der Ausschreibung. Es gelang ihm schon bald den Auftrag zum Bau des dritten Spezialflugzeuges zu bekommen. Die in Gemischtbauweise ausgeführte Konstruktion erhielt die Bezeichnung HD 39. Sie war aus der für den amerikanischen Postdienst gebauten und sehr zuverlässigen HD 27 abgeleitet. Es handelte sich um einen einstieligen einmotorigen Doppeldecker mit zwei Mann Besatzung. Eine Besonderheit war der Laderaum im Schwerpunkt des Flugzeuges, in dem die Zeitungen in 50 Kilogramm Paketen eingeladen wurden. Links und rechts waren jeweils vier Pakete und in der Mitte zwei Pakete aufgehängt, die dann über Gleitbahnen einzeln abgeworfen werden konnten. Damit war man in der Lage auch Ortschaften ohne Landebahnen mit brandaktuellen Zeitungen zu versorgen. Die Auslösung des Abwurfes erfolgte vom Instrumentenbrett aus, wobei die Besatzung genau bestimmen konnte, welches Paket zum Abwurf gelangen sollte.

Im April 1926 wurde die auf den Namen BZ 1 getaufte Maschine zusammen mit den beiden Albatros-Flugzeugen in Dienst gestellt. Sie bewährte sich hervorragend und hatte bereits nach elf Monaten eine Strecke mehr als 100.000 Kilometer ohne Unfall zurückgelegt.

Der erfolgreiche Betrieb der HD 39 veranlasste den Ullstein-Verlag bei den Heinkel-Werken ein weiteres Zeitungsflugzeug in Auftrag zu geben. Als Ergebnis enstand die um fast die Hälfte größere HD 40, die in der gleichen Bauweise wie ihr Vorläufer hergestellt wurde, jedoch einen Stahlrohrrumpf besaß. Der Frachtraum befand sich unter den Führersitzen und bot entweder vier bis sechs Passagieren, zum Beispiel Journalisten, oder 1.000 Kilogramm Fracht Platz. Beladen wurde er durch eine große Frachttür an der Seite. Wie bei der HD 39 war auch hier eine Abwurfvorrichtung eingebaut, die beim Passagiertransport entfernt wurde. Die Flexibilität der Maschine erhöhte sich dadurch deutlich.

Im April 1927 stellte man die HD 40 als BZ IV in Dienst. Doch bereits nach sechs Wochen wurde sie infolge eines Triebwerksschadens zerstört.

Die HD 39 flog noch bis 1931 unfallfrei und ohne Probleme für den Ullstein-Verlag. Dann trennte man sich von der Maschine, da die Deutsche Luft Hansa die entsprechenden Transporte kostengünstiger übernehmen konnte. Die HD 39 gehörte noch Jahre zur Berliner Luftfahrtsammlung.

Technische Daten

HD 39

Triebwerk Ein BMW IV mit 230 PS

Leistung

Höchstgeschwindigkeit 166 km/h

Gewicht

Leermasse 1320 kg
Zuladung 840 kg

Abmessungen

Länge 10.0 m
Spannweite 14.8 m

Technische Daten

HD 40

Triebwerk Ein BMW VI mit 400 / 600 PS

Leistung

Höchstgeschwindigkeit 163 km/h

Gewicht

Leermasse 2250 kg
Zuladung 1600 kg

Abmessungen

Länge 12.0 m
Spannweite 17.6 m

Börsenkurse

DD.MM.YY --:----
Volumen--  Aktien
EADS Ergebnisse 2009: Windows Media Player
EADS JOB-NAVIGATOR
EADS Internship Day
Ideenflug