Dornier WalDie Dornier Wal war eines der erfolgreichsten Flugboote der deutschen Luftfahrt-Geschichte. Seinen Erstflug absolvierte der erste von mehr als 200 produzierten Dornier-Walen am 6. November 1922. Um die Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht zu verletzen, erfolgte der Bau des für die damaligen Verhältnisse gigantischen Flugbootes ab Juli 1922 zunächst in Pisa in der eigens dafür gegründeten Costruzioni Meccaniche Aeronautiche S.A. Dornier wollte hier an seinen schon bestehenden Entwürfen für ein Hochdecker-Flugboot mit zwei Triebwerken in Tandem-Anordnung und den schon bewährten Dornier-Stabilitätsstummeln weiterarbeiten. Bereits vor dem Bau der ersten Flugboote bestellte die spanische Luftwaffe sechs Wal-Flugboote nur aufgrund der vorhandenen Projektunterlagen. Die Spanier hatten an ihren Kaufvertrag die Bedingung geknüpft, eine Lizenz zum Nachbau des Wales durch die spanische Casa in Madrid zu erhalten. Weitere Lizenzverträge wurden Ende 1924 an Japan, wo die Flugboote in der Schiffswerft von Kawasaki nachgebaut wurden, in den folgenden Jahren an Aviolanda (Holland), an die AG für Dornier-Flugzeuge in Altenrhein und 1929 an die Dornier Company of America in den USA vergeben. Bis 1931 wurden unterdessen in der Werft in Pisa militärische und zivile Ausführungen des Wales gebaut. Die Flugboote fanden internationale Abnehmer, darunter auch die Alliierten als Käufer des Wals in militärischer Variante. So kauften die Siergermächte, die nach dem ersten Weltkrieg darüber wachten, dass in Deutschland kein militärisches Flugzeug gebaut wurde, den Wal gerade von einem deutschen Unternehmen. Wegen ihres Ausmaßes und ihrer hohen Leistungsfähigkeit war auch die Existenz der Flugboote in Deutschland verboten. Dennoch eröffnete die deutsche Aero-Lloyd am 5. Juni 1925 mit insgesamt vier Pisa-Walen die Strecke Danzig-Stockholm sowie Berlin-Danzig, wobei die Wale unter schwedischer beziehungsweise italienischer Führung eingesetzt wurden. Bereits ein Jahr später übernahm die Lufthansa die Flugboote. Hier wurde der Wal durch seine transatlantischen Postflüge berühmt, bei denen er wegen seiner tonnenschweren Ladung durch Katapulte von den schwimmenden Flugzeugstützpunkten aus in die Luft gestartet werden musste. So ermöglichte der Dornier-Wal den ersten regelmäßigen internationalen Luftpostdienst. Auch der norwegische Polarforscher Roald Amundsen nutzte während seiner Nordpol-Expedition die enorme Zuverlässigkeit und Reichweite des Dornier-Wals. Ein besonderes Unterscheidungsmerkmal der für die zahlreichen Auftraggeber in Ganzmetallbauweise produzierten Flugboote waren die unterschiedlichen Triebwerke. Der jeweilige Kunde entschied über das von ihm gewünschte Triebwerk und hatte sich auch selbst um dessen Kauf und Überfühung nach Pisa zu kümmern. Zwar waren an die Leistung und Beschaffenheit des Motors bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Verwendung international unterschiedlicher Motoren erklärt auch die zahlreichen Typenbezeichnungen, die auf dem hinteren Teil des breiten Rumpfes sowie auf den Tragflächen zu finden waren. Da die einzelnen Bauteile des Flugbootes in ihren Ausmaßen und ihrer Festigkeit stets den verschiedenen Triebwerken angepasst werden mussten, wurden die Wale mit immer leistungsfähigeren Maschinen auch immer schwerer. Die nachfolgenden Typen der Pisa-Wale, die in Friedrichshafen gebauten Manzell oder Super-Wale, unterlagen demnach einer neuen, den fortschrittlichen Bedingungen angepassten Konstruktionsweise. Der Dornier-Wal, der Mitte der 20er Jahre zahlreiche Weltrekorde über Entfernung, Geschwindigkeit und Höhe erzielte, diente nicht nur bei Atlantiküberquerungen, sondern auch bei der Erforschung der Pole als sicheres Transportmittel. Claude Dornier schrieb dazu: "Der Wal hat die Firma Dornier von einem kleinen Versuchsunternehmen zu einer international bekannten Firma werden lassen." Technische DatenDornier Wal
Leistung
Gewicht
Abmessungen
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