Stand: 05 Mai 2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken

Messerschmitt M 17

Mit der M 17 wagte sich Willy Messerschmitt im Herbst 1924 an sein erstes echtes Motorflugzeug, nachdem er zuvor mit der S 16 erfolgreich ein Segelflugzeug mit Hilfsmotor konstruiert hatte. Ihre Schaffung muss im Zusammenhang mit der damaligen politischen Situation Deutschlands gesehen werden, die innerhalb des Landes nur die Fertigung gering motorisierter Zivilflugzeuge erlaubte. Der Bau von Militärmaschinen war ohnehin generell verboten. Da man aber ein vitales Interesse an der Ausbildung eines umfangreichen Fliegernachwuchses hatte, waren Flugzeuge gefragt, deren Kauf- und Betriebskosten so gering wie möglich ausfielen. Denn nur so konnte das Fliegen allgemein kostengünstiger und einem möglichst großen Interessentenkreis zugänglich gemacht werden. Die damit verbundene technische Herausforderung war anspruchsvoll, denn diese Maschinen mussten billiges und dennoch sicheres Fliegen bei geringstem Aufwand an Baugewicht gewährleisten. Zudem waren Leichtflugzeuge damals mehr oder minder die einzige Möglichkeit, im eigenen Land moderne Konstruktionen zu verwirklichen.

Messerschmitt konnte diese Zielsetzung mit der Schaffung der M 17, die seiner damaligen Idealvorstellung eines wirtschaftlichen Flugzeuges entsprach, voll erfüllen. Die M 17 war eines der ersten wirklichen Leichtflugzeuge und legte gedanklich wie technisch den Grundstein für Messerschmitts erste erfolgreiche Generation von Motorflugzeugen. Hauptmerkmal der zweisitzigen, ganz aus Holz gefertigten Maschine war der lang gestreckte freitragende Flügel, der ihr außergewöhnliche Flugeigenschaften verlieh und mit Ergebnis jahrelanger Segelflugzeugstudien war. Im statischen Aufbau wie in ihrer Konzeption der damaligen Zeit weit voraus, trug die M 17 erstmals auch Messerschmitts typische Handschrift als Konstrukteur. Obwohl kaum erkannt, war die hier verwirklichte Kombination aus kompromisslosem Leichtbau und moderner Aerodynamik ein bedeutender Fortschritt im Flugzeugbau.

Im Auftrag der Flugsportschule Würzburg – einer Tarnorganisation der Reichswehr – verließ Ende 1924 die erste M 17 die Werkstätten in Bamberg. In diesem Flugzeug steckten noch zahlreiche Komponenten der S 16b. Eine erste Wettbewerbsteilnahme Ende Januar 1925 scheiterte. Doch nachdem die Maschine umgebaut und auf einen ABC Scoprion Motor umgerüstet worden war, konnten Anfang Mai erste Wettbewerbserfolge gefeiert werden. Zwei Wochen später jedoch wurde das Flugzeug mit Messerschmitt persönlich als Fluggast an Bord bei einem Landeunfall zerstört. Unabhängig davon konnten weitere Exemplare verkauft werden, und im Herbst des Jahres erregte erneut eine M 17 Aufsehen, als Pilot Carl Croneiß im Rahmen des Internationalen Flugwettbewerbes in Oberschleißheim einige wichtige Preise errang. Ein Jahr später brillierte die M 17 beim Süddeutschlandflug, als Pilot Eberhard v. Conta damit die technische Leistungsprüfung als bester absolvierte. Die bemerkenswerteste Leistung einer M 17 war jedoch die Überquerung der Zentralalpen im September 1926 auf einem mehrtägigen Flug von Bamberg nach Rom, den Eberhard v. Conta zusammen mit Werner v. Langsdorff durchführte. Insgesamt wurden sechs Maschinen vom Typ M 17, ausgerüstet mit teilweise unterschiedlichen Motoren, von 1924 bis 1926 gebaut. Ein Exemplar ist bis heute erhalten geblieben und befindet sich im Deutschen Museum in München. Zudem verfügt die in Manching stationierte EADS Heritage Flight seit 2004 über einen flugfähigen Nachbau einer Messerschmitt M17, der zudem mit einem originalen Bristol „Cherub III“ Motor ausgerüstet ist.

Technische Daten:

Typ:
zweisitziges Leichtflugzeug
Triebwerk:
ein luftgekühlter Douglas ABC „Scorpion“ Zweizylindermotor mit 17,4 kW Leistung oder
ein luftgekühlter Bristol „Cherub II“ Zweizylindermotor mit 22 kW Leistung
Leistung:
Höchstgeschwindigkeit:
125 / 135 km/h
Reichweite:
450 km
Dienstgipfelhöhe:
5.000 m
Masse:
360 / 404 kg
Abmessungen:
Lange:
5,85 m
Höhe:
1,65 m
Spannweite:
11,60 m
Tragflügelfläche:
10,40 m²
Besatzung:
2 Personen

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